Kategorie: Werkzeug & Material

  • Schrauben-Arten: Welche Schraube wofür – der Überblick

    Schrauben-Arten: Welche Schraube wofür – der Überblick

    Verschiedene Schraubenarten sortiert in einer Werkstattbox
    Kurz gefasstSpanplatten-, Holz-, Universal- oder Maschinenschraube? Welcher Antrieb hält, welche Länge du brauchst und woran du Qualität erkennst.

    Ratgeber

    Schrauben-Arten: Welche Schraube wofür – der Überblick

    Im Baumarkt stehen 200 Sorten Schrauben nebeneinander, und die Unterschiede sind nicht offensichtlich. Dabei entscheidet die Wahl darüber, ob das Regal hält, ob das Holz reißt und ob der Schraubenkopf beim ersten Anziehen durchdreht.

    Hier ist die Übersicht, die dir die wichtigsten Entscheidungen abnimmt: welche Schraube für welchen Werkstoff, welcher Antrieb sich lohnt und wie lang sie sein muss.

    Die wichtigsten Schraubenarten

    SchraubenartWofürBesonderheit
    SpanplattenschraubeHolz, Holzwerkstoffe, Möbelbauder Allrounder, Gewinde bis zum Kopf
    HolzschraubeMassivholz, tragende Verbindungenglatter Schaft unter dem Kopf zieht Teile zusammen
    UniversalschraubeHolz, Kunststoff, DübelFräsrippen am Kopf für sauberes Versenken
    TrockenbauschraubeGipskarton auf Metall- oder HolzständerTrompetenkopf, versinkt ohne Durchreißen
    MaschinenschraubeMetall, Verbindung mit Muttermetrisches Gewinde, kein Selbstschneiden
    Blechschraubedünne Metallblecheschneidet ihr Gewinde selbst
    TerrassenschraubeAußenbereich, HolzterrasseEdelstahl A2 oder A4, rostet nicht

    Wenn du dich nicht entscheiden kannst: Für neun von zehn Aufgaben im Haushalt ist die Spanplattenschraube richtig. Sie ist günstig, hält gut und lässt sich in fast allen Holzwerkstoffen verarbeiten.

    Der Antrieb entscheidet über deine Nerven

    Der Antrieb ist die Form im Schraubenkopf. Und hier gibt es einen klaren Sieger:

    • TX (Torx): Sechsstern. Der Bit sitzt fest, rutscht praktisch nie heraus und überträgt hohe Kräfte. Für alles, was Kraft braucht, die erste Wahl.
    • PZ (Pozidriv): Kreuz mit zusätzlichen kleinen Strichen. Weit verbreitet, hält ordentlich, rutscht bei hohem Drehmoment aber irgendwann durch.
    • PH (Phillips): klassisches Kreuz. Rutscht am ehesten durch – vermeidbar, wenn du die Wahl hast.
    • Schlitz: nur noch bei Sichtschrauben und Elektroinstallation sinnvoll.

    Ein häufiger Fehler: PZ-Schrauben mit einem PH-Bit eindrehen. Die Formen sehen ähnlich aus, passen aber nicht sauber ineinander – der Kopf ist danach ausgenudelt. Achte auf die Kennzeichnung am Bit.

    Wie lang muss die Schraube sein?

    Faustregel für Holzverbindungen: Die Schraube sollte etwa zwei Drittel ihrer Länge im unteren Bauteil stecken. Verschraubst du eine 18 Millimeter dicke Platte, brauchst du also mindestens 50 Millimeter Länge.

    AnwendungDurchmesserLänge
    Möbel zusammenbauen3,5 – 4,0 mm30 – 40 mm
    Regalboden auf Leiste4,0 – 4,5 mm40 – 50 mm
    Latten auf Balken5,0 mm60 – 80 mm
    Gipskarton auf Ständer3,5 mm25 – 35 mm
    Terrassendiele5,0 mm60 – 70 mm

    Zu lang ist genauso ungünstig wie zu kurz: Steht die Spitze hinten heraus, ist das eine Verletzungsgefahr und sieht schlecht aus.

    Vorbohren – wann es sein muss

    Ohne Vorbohren reißt Holz. Besonders nah an der Kante, bei Hartholz und bei dicken Schrauben. Als Richtwert nimmst du einen Bohrer mit etwa 60 bis 70 Prozent des Schraubendurchmessers:

    SchraubeWeichholzHartholz
    3,5 mm2,0 mm2,5 mm
    4,0 mm2,5 mm3,0 mm
    5,0 mm3,0 mm3,5 mm
    6,0 mm3,5 mm4,0 mm

    In Spanplatten und MDF solltest du grundsätzlich vorbohren – diese Werkstoffe quellen auf und platzen sonst an der Kante auf.

    Welches Material für draußen?

    Im Innenbereich reicht verzinkter Stahl. Sobald Feuchtigkeit dazukommt, brauchst du Edelstahl:

    • A2 (V2A): normaler Außenbereich, Terrasse, Gartenhaus
    • A4 (V4A): Küstennähe, Schwimmbad, Streusalz – deutlich beständiger
    • Verzinkt: nur innen oder überdacht

    Ein wichtiger Punkt bei Holzterrassen: Eiche, Lärche und viele Tropenhölzer enthalten Gerbsäure. Sie greift verzinkten Stahl an und hinterlässt schwarze Ränder ums Schraubenloch. Dort führt an Edelstahl kein Weg vorbei.

    Woran du gute Schrauben erkennst

    • Der Bit sitzt saugend im Kopf, ohne zu wackeln
    • Die Spitze ist scharf und mittig, nicht stumpf oder verbogen
    • Das Gewinde ist gleichmäßig und ohne Grat
    • Beim Eindrehen bricht der Kopf nicht ab, bevor die Schraube sitzt

    Billigschrauben aus dem Großpack sparen ein paar Euro und kosten dich eine Stunde, wenn drei Köpfe abreißen und du sie ausbohren musst. Bei tragenden Verbindungen lohnt sich Markenware.

    Häufige Fragen zu Schrauben

    Was tun, wenn der Schraubenkopf durchdreht?

    Ein Gummiband zwischen Bit und Kopf schafft Grip. Hilft das nicht, bleibt der Schraubenausdreher – oder du bohrst den Kopf ab und ziehst den Rest mit einer Zange.

    Warum reißt das Holz trotz Vorbohren?

    Meist ist der Abstand zur Kante zu klein. Halte mindestens den fünffachen Schraubendurchmesser Abstand, bei Hartholz eher mehr.

    Kann ich Schrauben wiederverwenden?

    Bei Möbeln ja, solange Kopf und Gewinde intakt sind. Im selben Loch hält die Schraube allerdings schlechter – dann eine Nummer dicker nehmen.

    Welches Drehmoment am Akkuschrauber?

    Fang niedrig an und taste dich hoch. Für Möbelschrauben reichen Stufe 5 bis 10, für lange Holzschrauben brauchst du die Bohrstufe – dann aber vorsichtig, sonst versenkst du den Kopf zu tief.

    Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.

  • Farbrolle, Pinsel oder Sprühen? Der Werkzeug-Vergleich

    Farbrolle, Pinsel oder Sprühen? Der Werkzeug-Vergleich

    Werkzeug & Technik

    Farbrolle, Pinsel oder Sprühen? Der Werkzeug-Vergleich

    Vor jedem Anstrich steht die gleiche Frage: Womit trage ich die Farbe am besten auf? Die falsche Rolle hinterlässt Streifen, ein zu grober Flor spritzt. Wir vergleichen Rolle, Pinsel und Sprühgerät und zeigen dir, welches Werkzeug für welche Fläche und welchen Untergrund wirklich passt.

    Verschiedene Farbrollen, Pinsel und ein Farbeimer auf einer Abdeckplane
    Klare OrientierungDu lernst, welche Florhöhe zu welchem Untergrund passt und wann Pinsel oder Sprühen die bessere Wahl sind.

    Welche Farbrolle zum Streichen die richtige ist, entscheidet oft mehr über das Ergebnis als die Farbe selbst. Eine passende Rolle verteilt die Farbe gleichmäßig, spart Material und hinterlässt keine Streifen. Die falsche Wahl sorgt dagegen für Spritzer, Flecken oder eine ungleichmäßige Struktur. In diesem Vergleich gehst du die wichtigsten Rollentypen durch und siehst, wann Pinsel oder Sprühgerät besser sind.

    Welche Farbrolle zum Streichen: die Florhöhe entscheidet

    Welche Farbrolle zum Streichen passt, hängt zuerst von der Florhöhe ab. Der Flor ist die Länge der Fasern auf der Rolle. Je glatter dein Untergrund, desto kürzer sollte der Flor sein. Bei rauen Flächen brauchst du längere Fasern, damit die Farbe auch in die Vertiefungen kommt.

    Kurzer Flor bis etwa 8 Millimeter eignet sich für glatte Wände und Lacke. Mittlerer Flor um 12 Millimeter ist der Allrounder für Raufaser und leicht strukturierte Flächen. Langer Flor ab 18 Millimeter erreicht tiefe Strukturen wie grobe Putze oder Rauputz. Mit der passenden Länge sparst du Zeit und musst weniger nacharbeiten.

    🖌️
    Kurzer Flor

    Für glatte Wände, Türen und Lack – gibt eine feine, gleichmäßige Oberfläche.

    🧱
    Mittlerer Flor

    Der Allrounder für Raufaser und leichte Strukturen im Wohnraum.

    🌾
    Langer Flor

    Für Rauputz und grobe Strukturen, damit die Farbe in die Tiefe kommt.

    Die richtige Rolle nach Untergrund wählen

    Jeder Untergrund verlangt eine andere Rolle. Auf glattem Putz oder Gipskarton hinterlässt ein zu langer Flor eine unruhige Struktur. Auf Rauputz dagegen bleiben mit einer kurzen Rolle helle Fehlstellen zurück, weil die Farbe die Vertiefungen nicht erreicht. Passe das Werkzeug immer an die Oberfläche an.

    UntergrundEmpfohlene RolleFlorhöhe
    Glatte Wand, GipskartonFeine Schaumstoff- oder Kurzflorrolleca. 6–8 mm
    Raufaser, leichte StrukturMikrofaser- oder Velourrolleca. 10–12 mm
    Rauputz, grobe StrukturLangflorrolle18–20 mm
    DeckeMikrofaser mit Teleskopstielca. 10–14 mm
    Lack, Türen, HeizkörperSchaumstoff- oder Lackrolleca. 4 mm
    Tipp: Wasche neue Rollen vor dem ersten Einsatz kurz aus und wringe sie gut aus. So entfernst du lose Fasern, die sonst in der frischen Farbe kleben bleiben.

    Material und Farbe aufeinander abstimmen

    Nicht nur die Länge, auch das Material der Rolle spielt eine Rolle. Mikrofaser nimmt viel Farbe auf und gibt sie gleichmäßig ab – ideal für Wandfarbe auf Wasserbasis. Velours liefert eine besonders glatte Oberfläche und passt gut zu Lacken und seidenmatten Farben. Schaumstoffrollen eignen sich für kleine glatte Flächen, spritzen bei Dispersionsfarbe aber schnell.

    Achte auch auf die Rollenbreite. Für große Wände nimmst du eine 25 Zentimeter breite Rolle, die schnell vorankommt. In engen Bereichen wie hinter Heizkörpern hilft eine schmale 5- bis 10-Zentimeter-Rolle. Ein Teleskopstiel spart dir bei Decken und hohen Wänden die Leiter.

    Wann Pinsel oder Sprühen besser sind

    Die Rolle ist nicht für jede Aufgabe die beste Wahl. Ecken, Kanten und Übergänge legst du sauberer mit einem Flachpinsel oder Heizkörperpinsel an. Dieses Vorstreichen nennt man Anlegen. Erst danach rollst du die Fläche, damit alles gleichmäßig verläuft.

    Ein Sprühgerät lohnt sich bei sehr großen oder stark strukturierten Flächen wie Fassaden, Decken oder ganzen Rohbauten. Es arbeitet schnell und erreicht jede Vertiefung, verlangt aber gründliches Abkleben und etwas Übung. Für einzelne Zimmer ist der Aufwand meist zu hoch, weil Reinigung und Vorbereitung viel Zeit kosten.

    Tipp: Kombiniere die Werkzeuge. Lege Kanten mit dem Pinsel an, rolle die Fläche mit der passenden Rolle und greife nur bei sehr großen Projekten zum Sprühgerät. So nutzt du die Stärken jeder Methode.

    Rolle, Pinsel und Sprühgerät im Vergleich

    Diese Übersicht fasst zusammen, welches Werkzeug für welche Situation am besten passt und wo seine Grenzen liegen.

    WerkzeugStärkeGrenze
    FarbrolleGroße Flächen schnell und gleichmäßigEcken und Kanten schwierig
    PinselPräzise Kanten, kleine DetailsZu langsam für ganze Wände
    SprühgerätSehr große und strukturierte FlächenViel Abkleben und Reinigung

    Häufige Fragen

    Welche Farbrolle nehme ich für glatte Wände?
    Eine Rolle mit kurzem Flor von etwa 6 bis 8 Millimetern oder eine feine Schaumstoffrolle. Sie gibt eine gleichmäßige, feine Oberfläche ohne grobe Struktur.
    Welche Rolle brauche ich für Raufaser?
    Eine Mikrofaser- oder Velourrolle mit mittlerem Flor um 10 bis 12 Millimeter. Sie erreicht die Struktur der Raufaser, ohne sie zuzukleistern.
    Lohnt sich ein Sprühgerät für die Wohnung?
    Für einzelne Zimmer meist nicht, weil Abkleben und Reinigung viel Zeit kosten. Bei großen, leeren Flächen oder ganzen Häusern spielt es seine Vorteile aus.
    Muss ich eine neue Rolle vorher waschen?
    Ja, das ist sinnvoll. Ein kurzes Auswaschen entfernt lose Fasern, die sonst in der Farbe kleben bleiben und die Oberfläche stören.

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  • Bohrmaschine oder Schlagbohrmaschine? Der Unterschied einfach erklärt

    Bohrmaschine oder Schlagbohrmaschine? Der Unterschied einfach erklärt

    Werkzeug

    Bohrmaschine oder Schlagbohrmaschine? Der Unterschied einfach erklärt

    Beide Geräte drehen einen Bohrer – doch nur eines schlägt dabei kräftig zu. Welches du für Holz, Metall, Fliesen oder Beton brauchst, klärt dieser Ratgeber ohne Fachchinesisch.

    Bohrmaschine und Schlagbohrmaschine nebeneinander
    Klare OrientierungWann eine einfache Bohrmaschine reicht und wann du zur Schlagbohrmaschine greifst.

    Der unterschied bohrmaschine schlagbohrmaschine lässt sich in einem Satz sagen: Die eine dreht den Bohrer nur, die andere dreht ihn und schlägt gleichzeitig nach vorn. Das klingt klein, macht aber beim Bohren in harte Wände den entscheidenden Unterschied. Damit du nicht zum falschen Gerät greifst und dir Nerven, Bohrer und Wände sparst, erklären wir dir hier ruhig und praxisnah, was beide Maschinen können.

    Unterschied Bohrmaschine Schlagbohrmaschine: das Grundprinzip

    Jede Bohrmaschine hat einen Motor, der ein Bohrfutter dreht. In dieses Futter spannst du den Bohrer. Dreht sich der Bohrer schnell genug und hat er die passenden Schneiden, frisst er sich durch Holz oder Metall. Bei weichen Materialien reicht diese reine Drehbewegung völlig aus.

    Harte, mineralische Baustoffe wie Beton, Klinker oder Naturstein lassen sich durch bloßes Drehen aber kaum durchdringen. Hier setzt der unterschied bohrmaschine schlagbohrmaschine an: Die Schlagbohrmaschine fügt der Drehung eine schnelle Hammerbewegung hinzu. Der Bohrer schlägt viele Male pro Sekunde nach vorn und zertrümmert das Material Stück für Stück, während er sich dreht.

    Man kann sich das wie den Unterschied zwischen Schrauben und Meißeln vorstellen. Reines Drehen schneidet und schält das Material – perfekt für Faserstoffe wie Holz oder für Metall, das sich als Span löst. Der Schlag dagegen pulverisiert harte, spröde Stoffe. Deshalb funktioniert derselbe Steinbohrer im Beton nur mit Schlag gut, während er sich ohne Schlag kaum vorarbeitet.

    Die Bohrmaschine im Detail

    Eine klassische Bohrmaschine, oft auch Bohrschrauber genannt, arbeitet nur mit Drehmoment. Sie ist leicht, leise und gut kontrollierbar. Damit bohrst du saubere Löcher in Holz, Kunststoff, Gipskarton und Metall. Viele Modelle haben eine einstellbare Drehmomentkupplung, mit der du auch präzise Schrauben eindrehst, ohne sie zu überdrehen.

    Für Heimwerker ist der Akku-Bohrschrauber das meistgenutzte Werkzeug überhaupt. Er reicht für Möbelaufbau, Regale in Holzwände, Vorbohren und Verschrauben. Nur an massivem Mauerwerk stößt er an seine Grenzen, weil ihm die Schlagkraft fehlt.

    Ein weiterer Vorteil der reinen Bohrmaschine ist ihre Kontrolle. Weil sie nicht hämmert, läuft sie ruhiger und du kannst sehr genau ansetzen. Gerade beim Vorbohren feiner Löcher, beim Bohren in dünne Bleche oder beim Eindrehen von Schrauben in Sichtholz zählt diese Feinfühligkeit. Viele Akkuschrauber haben dafür zwei Gänge: einen langsamen mit viel Kraft zum Schrauben und einen schnellen zum Bohren.

    Tipp: Für saubere Löcher in Holz und Metall gilt: kleiner Durchmesser, höhere Drehzahl; großer Durchmesser, niedrigere Drehzahl. So werden die Ränder sauber und der Bohrer bleibt länger scharf.

    Die Schlagbohrmaschine im Detail

    Die Schlagbohrmaschine kann alles, was die Bohrmaschine kann, und zusätzlich schlagen. Über einen Schalter aktivierst du das Schlagwerk. Zwei geriffelte Scheiben im Inneren rasten übereinander ab und erzeugen so den schnellen Vorwärtsschlag. Bei ausgeschaltetem Schlag bohrst du damit ganz normal in Holz oder Metall.

    Ideal ist sie für Ziegel, Kalksandstein, Beton und Putz. Für sehr harten Beton stößt aber auch sie an Grenzen – dort ist ein Bohrhammer mit pneumatischem Schlagwerk deutlich effektiver. Für die meisten Wohnungswände im Haushalt reicht eine gute Schlagbohrmaschine jedoch aus.

    Wichtig ist die Arbeitsweise: Beim Schlagbohren brauchst du gleichmäßigen, aber nicht übertriebenen Druck. Die Maschine soll den Schlag machen, nicht dein Körpergewicht. Halte sie mit beiden Händen und arbeite in geradem Winkel zur Wand, damit der Bohrer nicht verkantet. Bei viel Staub ziehst du den Bohrer immer wieder ein Stück zurück, damit das Bohrmehl aus dem Loch fällt und der Bohrer nicht heiß läuft.

    Tipp: Bohrst du mit Schlag, brauchst du einen Steinbohrer mit Hartmetallspitze. Ein normaler Metallbohrer wird bei Schlag sofort stumpf. In Fliesen dagegen schaltest du den Schlag aus, sonst springt die Glasur.

    Unterschied Bohrmaschine Schlagbohrmaschine im Vergleich

    Die folgende Tabelle fasst den unterschied bohrmaschine schlagbohrmaschine kompakt zusammen:

    MerkmalBohrmaschineSchlagbohrmaschine
    Bewegungnur DrehungDrehung plus Schlag
    Holz und Metallsehr gutgut (Schlag aus)
    Mauerwerk und Betonungeeignetgut geeignet
    Fliesengut (langsam)nur ohne Schlag
    Gewichtleichtetwas schwerer
    Lautstärkeleiselauter im Schlagbetrieb
    🔧
    Bohrmaschine

    Leicht und präzise für Holz, Metall und zum Schrauben. Das Alltagswerkzeug für Möbel und leichte Montage.

    🧱
    Schlagbohrmaschine

    Der Allrounder für die Wand. Bohrt in Ziegel, Kalksandstein und Beton, arbeitet ohne Schlag aber auch in Holz.

    💥
    Bohrhammer

    Die stärkste Stufe mit pneumatischem Schlag. Nur nötig für dicke Betonwände oder viele Löcher am Stück.

    Welches Gerät du wofür brauchst

    Wenn du hauptsächlich Möbel aufbaust, Regale in Holz montierst und schraubst, reicht ein Akku-Bohrschrauber. Willst du dagegen Dübel in Ziegel- oder Betonwände setzen, führt kein Weg an einer Schlagbohrmaschine vorbei. Sie ist der vernünftige Kompromiss für den Haushalt, weil sie beide Aufgaben abdeckt.

    Nur wer regelmäßig in harten Beton bohrt, viele Löcher am Stück braucht oder ganze Wände durchbohrt, sollte über einen Bohrhammer nachdenken. Für die meisten Heimwerker ist eine Schlagbohrmaschine plus ein leichter Akkuschrauber die ideale Kombination.

    Beim Kauf lohnt ein Blick auf ein paar Kennzahlen. Die Leistung in Watt oder die Akkuspannung in Volt sagt etwas über die Kraft aus, wichtiger sind aber die maximale Bohrdrehzahl und der maximale Bohrdurchmesser im jeweiligen Material. Ein verstellbares Bohrfutter, ein Zusatzhandgriff und ein Tiefenanschlag machen die Arbeit deutlich angenehmer. Achte außerdem auf ein Futter, das deine gängigen Bohrerschäfte aufnimmt.

    Auch die Frage Akku oder Kabel spielt eine Rolle. Kabelgeräte liefern konstant Kraft und werden nicht schwächer, eignen sich also gut für längere Betonarbeiten. Akkugeräte sind flexibler, weil du keine Steckdose brauchst, und für die meisten Aufgaben im Haushalt völlig ausreichend. Wer nur gelegentlich bohrt, fährt mit einem soliden Akku-Kombigerät am günstigsten, weil es Bohren, Schrauben und leichtes Schlagbohren in einem abdeckt.

    Egal für welches Gerät du dich entscheidest: Der richtige Umgang verlängert die Lebensdauer. Halte das Bohrfutter sauber und frei von Staub, damit der Bohrer fest sitzt. Lagere Bohrer sortiert nach Material und Durchmesser, so greifst du nie versehentlich zum falschen. Nach dem Bohren in Stein hilft es, das Bohrmehl aus dem Gerät zu blasen, statt es sich festsetzen zu lassen.

    Zwinge die Maschine nie durch das Material. Wird sie heiß oder riecht sie nach verbranntem Kunststoff, gönn ihr eine Pause. Das gilt besonders für Akkugeräte, deren Zellen unter Dauerlast leiden. Mit etwas Sorgfalt begleitet dich eine gute Schlagbohrmaschine viele Jahre durch alle typischen Heimwerkeraufgaben.

    Merke dir am Ende die einfache Eselsbrücke: Dreht sich der Bohrer nur, ist es eine Bohrmaschine. Dreht er sich und hämmert dabei, ist es eine Schlagbohrmaschine. Und braucht die Wand richtig Wucht, kommt der Bohrhammer ins Spiel. Wer diesen Dreiklang im Kopf hat, greift fast immer zum passenden Werkzeug und spart sich abgebrochene Bohrer, beschädigte Wände und unnötigen Frust.

    Häufige Fragen

    Kann ich mit einer Schlagbohrmaschine auch normal in Holz bohren?
    Ja. Schalte einfach die Schlagfunktion aus, dann arbeitet sie wie eine normale Bohrmaschine. Für sehr feine Arbeiten ist ein leichter Bohrschrauber trotzdem angenehmer, weil er weniger wiegt.
    Reicht für Beton eine Schlagbohrmaschine oder brauche ich einen Bohrhammer?
    Für gelegentliche Löcher in normalem Beton reicht eine kräftige Schlagbohrmaschine mit Steinbohrer. Bei sehr hartem Beton oder vielen Löchern arbeitet ein Bohrhammer deutlich schneller und schont deine Arme.
    Warum darf ich in Fliesen nicht mit Schlag bohren?
    Der Schlag lässt die harte Glasur splittern oder die Fliese reißen. Bohre Fliesen deshalb langsam und ohne Schlag an, bis du durch die Glasur bist. Erst im Mauerwerk dahinter kannst du den Schlag zuschalten.
    Was ist der Unterschied zwischen Schlagbohrmaschine und Bohrhammer?
    Die Schlagbohrmaschine erzeugt den Schlag mechanisch über Rastscheiben, der Bohrhammer über ein pneumatisches Schlagwerk. Der Bohrhammer schlägt kräftiger und ist deshalb besser für harten Beton geeignet.

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