Streichen lernen
Wände streichen wie ein Profi: Anleitung für Anfänger
Ein frischer Anstrich verändert einen Raum in wenigen Stunden. Mit der richtigen Reihenfolge, dem passenden Werkzeug und etwas Ruhe gelingt das auch beim ersten Mal. Diese Anleitung zeigt dir jeden Schritt.

Eine gute wände streichen Anleitung beginnt nicht mit der Farbrolle, sondern mit der Vorbereitung. Wenn du sauber arbeitest und die Reihenfolge einhältst, sieht das Ergebnis aus wie vom Profi. Du brauchst dafür kein Talent, nur etwas Geduld und das passende Werkzeug. In dieser Anleitung gehen wir jeden Schritt gemeinsam durch.
Material und Werkzeug fürs Wände streichen
Bevor du loslegst, legst du alles bereit. Nichts ist ärgerlicher, als mitten im Streichen zum Baumarkt zu müssen. Für einen normalen Raum brauchst du Wandfarbe, eine gute Farbrolle mit mittlerer Florhöhe, einen Flächenpinsel für die Ecken und ein Abstreifgitter. Dazu Malerkrepp, Abdeckfolie, einen Teleskopstiel und eine Farbwanne.
Kaufe lieber eine gute Rolle als die billigste. Eine hochwertige Rolle nimmt mehr Farbe auf und fusselt nicht. Bei der Farbe achtest du auf einen hohen Deckungsgrad. Farben mit der Deckkraftklasse 1 decken am besten und sparen dir oft einen ganzen Anstrich.
Denk auch an die kleinen Helfer. Ein Rührholz oder ein Farbmischer für die Bohrmaschine sorgt dafür, dass sich die Farbe gleichmäßig verbindet. Eine kleine Radierrolle oder ein schmaler Heizkörperpinsel hilft an engen Stellen hinter der Heizung. Alte Kleidung, Handschuhe und eine Kopfbedeckung schützen dich vor Spritzern. Wer schon einmal Farbe aus den Haaren gewaschen hat, legt beim nächsten Mal eine Mütze bereit.
Rechne die Farbmenge vorher aus, damit du nicht zu knapp planst. Als Faustregel brauchst du pro Anstrich etwa 150 bis 200 Milliliter Farbe je Quadratmeter Wandfläche. Kaufe lieber etwas mehr aus einem Eimer als später knapp nach, denn Farbe aus verschiedenen Chargen kann leicht im Ton abweichen. Diese Abweichung siehst du später als feinen Schleier an der Wand.
Eine Rolle mit mittlerem Flor verteilt die Farbe gleichmäßig und spritzt weniger.
Farben der Deckklasse 1 sparen dir häufig einen kompletten zweiten Anstrich.
Lege Krepp, Folie und Pinsel vorher zurecht, damit du nicht unterbrechen musst.
Raum und Wand vorbereiten
Räume den Raum so weit wie möglich leer. Schwere Möbel schiebst du in die Mitte und deckst sie mit Folie ab. Den Boden schützt du mit Malervlies oder Folie, die du am Rand mit Krepp fixierst. So kann nichts verrutschen.
Jetzt kontrollierst du die Wand. Kleine Löcher und Risse füllst du mit Spachtelmasse und schleifst sie nach dem Trocknen glatt. Staub und Fett wischst du ab, denn Farbe hält nur auf sauberem Untergrund. Auf stark saugenden oder frisch verputzten Flächen trägst du zuerst einen Tiefengrund auf. Danach klebst du alle Kanten ab, die farbfrei bleiben sollen: Fensterrahmen, Steckdosen, Sockelleisten und den Übergang zur Decke.
Schalte vor dem Streichen den Strom für den Raum ab und schraube die Abdeckungen von Steckdosen und Schaltern ab. So kommst du sauber an die Kante und musst nicht mühsam um die Rahmen herumkleben. Bewahre die kleinen Schrauben in einem Becher auf, damit nichts verloren geht. Nach dem Trocknen schraubst du alles wieder an und die Übergänge wirken deutlich sauberer.
Sorge außerdem für gute Belüftung und angenehme Temperatur. Ideal sind rund 15 bis 25 Grad. Ist es zu kalt, trocknet die Farbe schlecht, ist es zu warm, trocknet sie zu schnell und du bekommst Ansätze. Öffne die Fenster einen Spalt, aber vermeide starke Zugluft, weil sie die Fläche ungleichmäßig antrocknen lässt.
Kanten und Ecken anlegen
Profis beginnen immer mit den Kanten. Das nennt man Vorstreichen oder Anlegen. Mit dem Pinsel oder einem kleinen Kantenroller streichst du einen etwa fünf Zentimeter breiten Streifen entlang aller Ränder: an der Decke, in den Ecken, um Steckdosen und über den Sockelleisten. So kommst du später mit der großen Rolle nicht an das Krepp und die Fläche wirkt gleichmäßiger.
Arbeite zügig, denn diese Streifen sollten noch feucht sein, wenn du die Fläche rollst. Trocknen die Kanten vorher an, siehst du später einen sichtbaren Ansatz. Deshalb legst du immer nur eine Wand vor und rollst sie direkt danach.
Führe den Pinsel ruhig und mit gleichmäßigem Druck. Setze ihn nicht direkt an der Kante an, sondern ein kleines Stück daneben, und ziehe die Farbe dann sauber an die Linie heran. So läuft dir keine Farbe über den Rand. In den Zimmerecken streichst du senkrecht von oben nach unten. Übernimm dich nicht mit der Farbmenge am Pinsel, sonst tropft es. Streiche lieber öfter nach.
| Schritt | Werkzeug | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Ecken und Kanten | Flächenpinsel | Fünf Zentimeter breit, gleichmäßig |
| Fläche grob | Farbrolle | In Bahnen von oben nach unten |
| Fläche verteilen | Farbrolle | Kreuzweise ohne neue Farbe |
| Abziehen | Farbrolle | Leicht in eine Richtung nachrollen |
Die Fläche gleichmäßig streichen
Jetzt kommt die eigentliche Fläche. Tauche die Rolle in die Wanne und streife sie am Gitter gut ab, bis sie satt, aber nicht tropfnass ist. Trage die Farbe in etwa einen Meter breiten Bahnen auf. Rolle zuerst grob von oben nach unten, dann verteilst du die Farbe kreuzweise, also einmal quer.
Zum Schluss ziehst du jede Bahn ohne neue Farbe leicht in eine Richtung ab, meist zum Licht hin. So verschwinden die Rollenstrukturen. Wichtig ist das Prinzip nass in nass: Setze jede neue Bahn an, solange die vorherige noch feucht ist. Überlappe die Bahnen leicht, dann entstehen keine Streifen.
Meist brauchst du zwei Anstriche. Lass den ersten vollständig trocknen, oft vier bis sechs Stunden. Den zweiten Anstrich trägst du am besten quer zum ersten auf. So decken die Bahnen sich gegenseitig ab und die Wand wirkt gleichmäßig.
Halte beim Rollen einen gleichmäßigen Druck. Am Anfang, wenn die Rolle voll ist, drückst du leichter, gegen Ende etwas stärker. Rolle nicht zu schnell, sonst spritzt die Farbe. Und arbeite immer von der noch nassen zur trockenen Fläche, nie umgekehrt. So bleibt der Übergang weich. Bei großen Wänden hilft eine zweite Person, die die Kanten anlegt, während du die Fläche rollst.
Typische Fehler vermeiden
Die häufigsten Fehler passieren aus Eile. Zu wenig Farbe auf der Rolle führt zu Streifen, zu viel Farbe zu Nasen und Tropfen. Ein zu spät entferntes Krepp reißt die Kante ein. Und wer die Kanten trocknen lässt, bevor er die Fläche rollt, sieht am Ende einen Rahmen um die Wand.
Arbeite bei Tageslicht oder mit heller, seitlicher Beleuchtung. So erkennst du dünne Stellen sofort. Reinige die Rolle in Pausen nicht komplett, sondern wickle sie luftdicht in Folie. Dann kannst du nach einer kurzen Unterbrechung direkt weiterarbeiten.
Ein weiterer Fehler ist zu wenig Vorbereitung. Wer Löcher nicht spachtelt oder saugende Wände nicht grundiert, sieht das Ergebnis später deutlich. Nimm dir die Zeit für den Untergrund, sie zahlt sich immer aus. Und teste einen ungewohnten Farbton an einer kleinen Stelle, bevor du die ganze Wand streichst. Farben wirken an der Wand oft anders als im Eimer oder auf der Farbkarte.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich eine Wand streichen?
In welcher Reihenfolge streiche ich einen Raum?
Muss ich alte Wandfarbe entfernen?
Wie lange muss Wandfarbe trocknen?
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