Kategorie: Entscheidungshilfen

  • Selber machen oder Handwerker rufen? Die Entscheidungs-Checkliste

    Selber machen oder Handwerker rufen? Die Entscheidungs-Checkliste

    Ratgeber & Planung

    Selber machen oder Handwerker rufen? Die Entscheidungs-Checkliste

    Nicht jede Reparatur eignet sich fürs Selbermachen, und nicht jede braucht gleich einen Profi. Wo die Grenze liegt, hängt von Können, Risiko und Vorschriften ab. Diese Checkliste hilft dir, für jede Aufgabe die richtige Entscheidung zu treffen.

    Person überlegt mit Werkzeugkasten und Notizzettel vor einer Reparaturstelle
    Klare OrientierungMit klaren Kriterien zu Können, Sicherheit und Kosten entscheidest du sicher, welche Arbeit du selbst erledigst.

    Die Frage Handwerker oder selber machen stellt sich bei fast jeder Reparatur im Haushalt. Manche Arbeiten sind schnell selbst erledigt und sparen Geld, andere bergen Risiken oder verlangen einen Meisterbetrieb. Mit den richtigen Kriterien triffst du für jeden Fall eine sichere Entscheidung, statt aus dem Bauch heraus zu handeln.

    Die vier Kriterien

    Ob du eine Aufgabe selbst angehst, hängt nicht nur vom Geldbeutel ab. Vier Faktoren geben dir eine klare Richtung. Prüfe sie der Reihe nach, dann fällt die Antwort meist leicht.

    🛠️
    Können

    Hast du das Wissen und die Übung für die Aufgabe? Ehrliche Selbsteinschätzung zählt.

    ⚠️
    Sicherheit

    Drohen bei Fehlern Personen- oder größere Sachschäden? Dann Vorsicht.

    📋
    Vorschriften

    Manche Arbeiten dürfen nur zugelassene Fachbetriebe ausführen.

    Als vierten Punkt kommt die Zeit hinzu. Eine Arbeit, die dich das ganze Wochenende kostet und trotzdem unsicher bleibt, ist beim Profi oft besser aufgehoben. Wäge alle vier Punkte gemeinsam ab.

    Das kannst du selbst machen

    Viele Reparaturen sind ungefährlich und gut zu lernen. Bei der Frage Handwerker oder selber machen fallen kosmetische und einfache mechanische Arbeiten fast immer in die Kategorie Eigenleistung.

    Dazu gehören zum Beispiel das Verspachteln von Löchern, das Erneuern von Silikonfugen, das Streichen von Wänden oder das Ausbessern von Laminat. Auch einen tropfenden Wasserhahn oder eine nachlaufende Toilettenspülung bekommen die meisten selbst in den Griff.

    Tipp: Fange bei neuen Aufgaben mit einer kleinen, unauffälligen Stelle an. So sammelst du Erfahrung, ohne gleich das Ergebnis an einer sichtbaren Fläche zu riskieren.

    Der Vorteil beim Selbermachen liegt nicht nur bei den Kosten. Du wirst unabhängiger, lernst dein Zuhause besser kennen und kannst kleine Schäden sofort beheben, statt auf einen Termin zu warten.

    Wann der Profi ran muss

    Es gibt Arbeiten, bei denen die Antwort eindeutig ist. Sobald Gas, Strom, Trinkwasser oder die Statik des Hauses betroffen sind, ist der Fachbetrieb Pflicht. Hier geht es um Sicherheit und oft auch um gesetzliche Vorgaben.

    AufgabeEmpfehlungGrund
    Steckdose kaputtElektrikerStromschlag- und Brandgefahr
    Gastherme wartetFachbetriebVorschrift und Sicherheit
    Wand einreißenStatiker prüfenkönnte tragend sein
    Loch spachtelnselbst machenungefährlich

    Auch bei Arbeiten mit Gewährleistung oder Versicherungsbezug lohnt der Profi. Geht nach einer Selbstreparatur etwas schief, kann die Versicherung die Leistung kürzen. Ein Fachbetrieb dagegen haftet für seine Arbeit.

    Kosten realistisch abwägen

    Selbermachen spart Handwerkerlohn, aber nicht immer Geld. Rechne Material, Werkzeug und deine Zeit ehrlich zusammen. Ein Spezialwerkzeug, das du nur einmal brauchst, kann teurer sein als der Handwerker.

    Bedenke auch die Folgekosten eines Fehlers. Eine misslungene Reparatur, die ein Profi anschließend korrigieren muss, kostet am Ende oft mehr als der direkte Weg zum Fachbetrieb. Rechne dieses Risiko in deine Entscheidung ein.

    Bei Handwerkerrechnungen kannst du zudem einen Teil der Lohnkosten steuerlich geltend machen. Das verkleinert den Preisunterschied zwischen Eigenleistung und Profi und macht den Fachbetrieb manchmal attraktiver, als er zuerst wirkt.

    Die Checkliste im Überblick

    Bevor du dich entscheidest, gehst du diese Punkte kurz durch. Beantwortest du eine der ersten drei Fragen mit Nein oder Unsicher, spricht viel für den Profi.

    Habe ich das Können und die Werkzeuge? Ist die Arbeit ungefährlich für mich und das Haus? Darf ich sie ohne Fachbetrieb ausführen? Lohnt sich der Aufwand gegenüber den Kosten? Erst wenn du alle vier mit Ja beantwortest, ist Selbermachen die klar bessere Wahl.

    Tipp: Hole im Zweifel einen Kostenvoranschlag ein, bevor du selbst startest. So kennst du den Preisrahmen und kannst in Ruhe entscheiden, ohne unter Zeitdruck zu geraten.

    Häufige Fragen

    Welche Arbeiten darf ich als Mieter überhaupt selbst machen?
    Kleinere Ausbesserungen wie das Verspachteln von Dübellöchern sind meist erlaubt und oft sogar Pflicht beim Auszug. Bauliche Veränderungen oder Eingriffe in Leitungen brauchen dagegen die Zustimmung des Vermieters.
    Woran erkenne ich, ob eine Wand tragend ist?
    Tragende Wände sind meist dicker und bestehen aus massivem Mauerwerk oder Beton. Sicher erkennst du das nur über den Bauplan oder einen Statiker. Reiße im Zweifel nie ohne fachliche Prüfung eine Wand ein.
    Lohnt sich Selbermachen finanziell immer?
    Nicht zwingend. Rechne Material, einmalig gekauftes Werkzeug und deine Zeit ein. Bei einfachen Arbeiten sparst du klar. Bei aufwendigen Aufgaben mit Spezialwerkzeug kann der Profi am Ende günstiger sein.
    Was passiert bei einem Fehler mit der Versicherung?
    Entsteht durch eine unsachgemäße Selbstreparatur ein Schaden, kann die Versicherung die Leistung kürzen oder ganz verweigern. Bei Arbeiten an Strom, Gas oder Wasser ist der Fachbetrieb daher auch aus Versicherungssicht die sichere Wahl.

    undefined