Sanitär
Tropfenden Wasserhahn reparieren: Anleitung ohne Klempner
Ein Wasserhahn, der Tropfen für Tropfen vor sich hin läuft, kostet Wasser, Geld und Nerven. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen steckt nur eine kleine, günstige Dichtung dahinter. Mit etwas Werkzeug bekommst du das Problem in einer halben Stunde selbst in den Griff.

Einen tropfenden Wasserhahn reparieren klingt nach einem Fall für den Profi, ist aber meistens eine der einfachsten Reparaturen im Haushalt. Fast immer ist eine verschlissene Dichtung oder eine verkalkte Kartusche schuld. Beide Teile kosten wenig und lassen sich mit Standardwerkzeug austauschen. Dieser Ratgeber führt dich Schritt für Schritt durch die Reparatur.
Warum tropft der Hahn?
Bevor du einen tropfenden Wasserhahn reparieren kannst, solltest du die Ursache kennen. Bei modernen Einhebelmischern sitzt im Inneren eine Kartusche mit zwei Keramikscheiben. Verschleiß oder Kalk sorgen dafür, dass die Scheiben nicht mehr sauber schließen. Dann läuft Wasser nach, obwohl der Hebel unten ist. Bei älteren Zweigriffarmaturen ist dagegen fast immer eine kleine Gummidichtung im Ventil ausgehärtet oder gerissen.
Achte auch darauf, wo genau es tropft. Kommt das Wasser aus dem Auslauf, liegt es an Kartusche oder Ventildichtung. Tritt es am Griff oder am Sockel aus, sind es die äußeren Dichtungsringe. Diese Unterscheidung spart dir später viel Zeit.
Meist ist die Kartusche oder eine Ventildichtung verschlissen.
Hier sind die äußeren Dichtungsringe die typische Ursache.
Hartes Wasser lässt Dichtungen schneller aushärten und undicht werden.
Werkzeug und Material
Viel brauchst du nicht. Für die meisten Armaturen reichen ein Innensechskantschlüssel, ein Schlitz- und ein Kreuzschraubendreher sowie eine Wasserpumpenzange. Lege dir außerdem ein weiches Tuch bereit, damit du sichtbare Oberflächen nicht zerkratzt. Als Ersatzteil brauchst du die passende Kartusche oder einen Satz Dichtungen.
| Teil | Wofür | Ungefährer Preis |
|---|---|---|
| Kartusche | Einhebelmischer | 8 bis 20 Euro |
| Ventildichtung | Zweigriffarmatur | 2 bis 5 Euro |
| Dichtungssatz | Griff und Sockel | 3 bis 8 Euro |
| Perlator | Auslauf-Sieb | 4 bis 10 Euro |
Tropfenden Wasserhahn reparieren Schritt für Schritt
Jetzt geht es an die eigentliche Reparatur. Wenn du einen tropfenden Wasserhahn reparieren willst, arbeite ruhig und in dieser Reihenfolge, dann kann kaum etwas schiefgehen.
1. Wasser abstellen. Dreh die Eckventile unter dem Waschbecken zu. Sind keine vorhanden, stell den Haupthahn der Wohnung ab. Öffne danach den Hahn kurz, damit der Restdruck entweicht.
2. Abfluss abdecken. Leg einen Lappen in das Becken oder verschließe den Abfluss. So fällt keine kleine Schraube in den Ablauf.
3. Griff abnehmen. Hebel die Abdeckkappe vorsichtig ab. Darunter sitzt eine Schraube, die du löst. Dann ziehst du den Hebel nach oben ab.
4. Kartusche freilegen. Löse den Überwurfring mit der Wasserpumpenzange. Leg ein Tuch dazwischen, damit die Zange keine Kratzer hinterlässt. Nimm die Kartusche heraus.
5. Teil tauschen. Setze die neue Kartusche oder Dichtung ein. Achte darauf, dass die Führungsnasen in die Aussparungen passen. Verkantet eingesetzt bleibt der Hahn undicht.
6. Zusammenbauen und testen. Bau alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen. Öffne die Eckventile langsam und prüfe, ob es noch tropft.
Kartusche oder Dichtung wechseln
Ob du eine Kartusche oder nur eine Dichtung brauchst, hängt vom Armaturtyp ab. Beim Einhebelmischer ist die Kartusche das Herzstück. Sie lässt sich als komplette Einheit tauschen, was besonders anfängerfreundlich ist. Bei der Zweigriffarmatur schraubst du das Oberteil heraus und ersetzt nur die kleine Gummischeibe an dessen Ende.
Ist die neue Dichtung eingesetzt und der Hahn tropft trotzdem, kann der Ventilsitz verkalkt oder eingekerbt sein. Dann hilft ein Ventilsitzfräser, den es günstig im Handel gibt. Er glättet die Auflagefläche, sodass die Dichtung wieder sauber schließt.
So beugst du neuem Tropfen vor
Der größte Feind jeder Armatur ist Kalk. Wenn du in einer Region mit hartem Wasser wohnst, entkalke den Perlator am Auslauf regelmäßig. Schraube ihn ab und leg ihn über Nacht in Essig- oder Zitronensäure. Ein sauberer Perlator sorgt für gleichmäßigen Strahl und schont die Dichtungen dahinter.
Dreh die Hähne außerdem nicht mit Gewalt zu. Wer den Hebel oder Griff jedes Mal fest anzieht, presst die Dichtungen unnötig zusammen und beschleunigt den Verschleiß. Ein sanfter Zug reicht völlig, damit kein Wasser läuft.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Reparatur?
Muss ich das ganze Wasser im Haus abstellen?
Woher weiß ich, welche Kartusche passt?
Der Hahn tropft nach der Reparatur weiter, was tun?
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