Kategorie: Selbst oder Profi

  • Handwerkerkosten senken: Wo du sparst – und wo es teuer wird

    Handwerkerkosten senken: Wo du sparst – und wo es teuer wird

    Handwerkerangebote werden am Küchentisch verglichen
    Kurz gefasstMit welchen Eigenleistungen du echtes Geld sparst, welche Arbeiten du besser abgibst und wie du 20 Prozent über die Steuer zurückholst.

    Ratgeber

    Handwerkerkosten senken: Wo du sparst – und wo es teuer wird

    Handwerkerrechnungen lassen sich um 20 bis 40 Prozent drücken – aber nicht durch Feilschen am Stundensatz. Die großen Hebel liegen woanders: bei der Eigenleistung an der richtigen Stelle, beim Zeitpunkt und beim Finanzamt.

    Hier steht, was sich wirklich rechnet und wo sparen am Ende teurer wird.

    Der größte Hebel: Vor- und Nacharbeiten selbst machen

    Handwerker rechnen jede Stunde ab – auch die für Ausräumen, Abkleben und Aufräumen. Genau diese Stunden brauchen keine Ausbildung.

    EigenleistungErsparnisAufwand
    Räume ausräumen und abdecken100 – 300 €2 – 4 Stunden
    Alten Bodenbelag entfernen15 – 30 € je m²hoch, aber einfach
    Tapeten abkratzen8 – 15 € je m²mühsam, aber machbar
    Bauschutt selbst entsorgen100 – 400 €Anhänger nötig
    Möbel abbauen und wieder aufbauen150 – 400 €gering
    Endreinigung100 – 250 €gering

    Sprich das vorher ab und lass es ins Angebot schreiben. Wenn der Betrieb einen leeren, abgedeckten Raum vorfindet, kalkuliert er anders – nachträglich rechnet er die Stunden trotzdem ab.

    Wo Eigenleistung teuer wird

    Es gibt Arbeiten, bei denen Sparen regelmäßig nach hinten losgeht:

    • Elektrik: Arbeiten am Hausnetz gehören in Fachhände. Bei einem Schaden zahlt die Versicherung nicht, wenn unsachgemäß gearbeitet wurde.
    • Gas: Ausschließlich konzessionierte Betriebe. Kein Spielraum.
    • Abdichtung im Bad: Ein Fehler zeigt sich erst nach Monaten – dann sind Fliesen, Estrich und Decke darunter betroffen.
    • Dacharbeiten: Absturzrisiko und die Undichtigkeit, die man erst beim nächsten Starkregen bemerkt.
    • Alles mit Gewährleistung: Sobald du mitarbeitest, wird die Abgrenzung schwierig. Bei Mängeln streiten beide Seiten, wer schuld ist.

    Faustregel: Alles, was hinter Fliesen, Estrich oder Putz verschwindet, machst du besser vom Fachbetrieb – dort ist Nachbessern am teuersten.

    20 Prozent vom Finanzamt

    Für Handwerkerleistungen im selbst genutzten Haushalt ziehst du 20 Prozent der Arbeitskosten direkt von der Steuerschuld ab – bis zu 1.200 € im Jahr. Das ist kein Freibetrag, sondern eine echte Minderung deiner Steuer.

    Damit es klappt:

    • Arbeits- und Materialkosten müssen auf der Rechnung getrennt stehen
    • Überweisen, niemals bar zahlen
    • Es zählt das Jahr der Zahlung, nicht der Leistung

    Daraus ergibt sich ein einfacher Trick: Wenn du im Dezember schon 1.200 € ausgeschöpft hast, lass die nächste Rechnung im Januar bezahlen. Dann greift der Höchstbetrag erneut. Bei zwei größeren Maßnahmen sind das 2.400 € statt 1.200 €.

    Der richtige Zeitpunkt

    Handwerksbetriebe haben Saison. Wer flexibel ist, zahlt weniger und bekommt schneller einen Termin:

    • Innenarbeiten im Winter: Maler, Fliesenleger und Trockenbauer haben von November bis Februar mehr Luft
    • Außenarbeiten früh anfragen: Dachdecker und Fassadenbauer sind ab Frühjahr ausgebucht – frag im Januar für den Sommer
    • Nicht zum Jahresende: Viele wollen Rechnungen noch im alten Jahr, entsprechend voll sind die Kalender
    • Mehrere Arbeiten bündeln: Anfahrt und Baustelleneinrichtung fallen dann nur einmal an

    Angebote richtig vergleichen

    Drei Angebote sind Standard – aber nur, wenn sie dasselbe beschreiben. Erstelle vorher eine kurze Liste dessen, was gemacht werden soll, und gib sie allen Betrieben identisch.

    Beim Vergleich achtest du auf:

    • Sind Anfahrt, Material und Entsorgung enthalten oder kommen sie oben drauf?
    • Steht ein verbindlicher Festpreis da oder nur ein Kostenvoranschlag?
    • Ist ein Ausführungszeitraum genannt?
    • Werden Arbeits- und Materialkosten getrennt – wichtig für die Steuer

    Ein auffällig günstiges Angebot ist kein Schnäppchen, sondern ein Hinweis. Frag nach, was darin nicht enthalten ist. Meist fehlen genau die Posten, die später als Nachtrag kommen.

    Material selbst kaufen?

    Der Aufschlag der Betriebe liegt bei 10 bis 25 Prozent. Bei 3.000 € Material sind das bis zu 750 € – verlockend.

    Sinnvoll ist es bei standardisierten Dingen, deren Menge feststeht: Fliesen, Farbe, Laminat, Sanitärobjekte. Heikel wird es bei allem Technischen. Denn wenn du das Material stellst, haftest du dafür. Passt die Therme nicht zur Anlage, ist das dein Problem, nicht seins.

    Und rechne mit: Manche Betriebe geben Rabatte aus dem Großhandel weiter oder erhöhen den Stundensatz, wenn das Material nicht von ihnen kommt. Frag das vorher ab.

    Häufige Fragen zu Handwerkerkosten

    Darf die Rechnung höher sein als der Kostenvoranschlag?

    Um etwa 15 bis 20 Prozent ja, ohne dass du zustimmen musst. Darüber hinaus muss der Betrieb dich vorher informieren. Ein Festpreisangebot dagegen bindet.

    Kann ich die Rechnung kürzen, wenn Mängel da sind?

    Du darfst einen angemessenen Teil zurückbehalten, bis nachgebessert ist – üblich ist das Doppelte der voraussichtlichen Mängelbeseitigungskosten. Setze die Mängel schriftlich mit Frist.

    Wie lange gilt die Gewährleistung?

    Bei Bauleistungen fünf Jahre, bei kleineren Arbeiten zwei Jahre. Hebe die Rechnung entsprechend lange auf.

    Lohnt sich eine Anzahlung?

    Bei Materialbeschaffung ist eine Teilzahlung üblich. Zahle nie den vollen Betrag im Voraus und behalte bis zur Abnahme einen Rest ein.

    Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.

  • Selber machen oder Handwerker rufen? Die Entscheidungs-Checkliste

    Selber machen oder Handwerker rufen? Die Entscheidungs-Checkliste

    Ratgeber & Planung

    Selber machen oder Handwerker rufen? Die Entscheidungs-Checkliste

    Nicht jede Reparatur eignet sich fürs Selbermachen, und nicht jede braucht gleich einen Profi. Wo die Grenze liegt, hängt von Können, Risiko und Vorschriften ab. Diese Checkliste hilft dir, für jede Aufgabe die richtige Entscheidung zu treffen.

    Person überlegt mit Werkzeugkasten und Notizzettel vor einer Reparaturstelle
    Klare OrientierungMit klaren Kriterien zu Können, Sicherheit und Kosten entscheidest du sicher, welche Arbeit du selbst erledigst.

    Die Frage Handwerker oder selber machen stellt sich bei fast jeder Reparatur im Haushalt. Manche Arbeiten sind schnell selbst erledigt und sparen Geld, andere bergen Risiken oder verlangen einen Meisterbetrieb. Mit den richtigen Kriterien triffst du für jeden Fall eine sichere Entscheidung, statt aus dem Bauch heraus zu handeln.

    Die vier Kriterien

    Ob du eine Aufgabe selbst angehst, hängt nicht nur vom Geldbeutel ab. Vier Faktoren geben dir eine klare Richtung. Prüfe sie der Reihe nach, dann fällt die Antwort meist leicht.

    🛠️
    Können

    Hast du das Wissen und die Übung für die Aufgabe? Ehrliche Selbsteinschätzung zählt.

    ⚠️
    Sicherheit

    Drohen bei Fehlern Personen- oder größere Sachschäden? Dann Vorsicht.

    📋
    Vorschriften

    Manche Arbeiten dürfen nur zugelassene Fachbetriebe ausführen.

    Als vierten Punkt kommt die Zeit hinzu. Eine Arbeit, die dich das ganze Wochenende kostet und trotzdem unsicher bleibt, ist beim Profi oft besser aufgehoben. Wäge alle vier Punkte gemeinsam ab.

    Das kannst du selbst machen

    Viele Reparaturen sind ungefährlich und gut zu lernen. Bei der Frage Handwerker oder selber machen fallen kosmetische und einfache mechanische Arbeiten fast immer in die Kategorie Eigenleistung.

    Dazu gehören zum Beispiel das Verspachteln von Löchern, das Erneuern von Silikonfugen, das Streichen von Wänden oder das Ausbessern von Laminat. Auch einen tropfenden Wasserhahn oder eine nachlaufende Toilettenspülung bekommen die meisten selbst in den Griff.

    Tipp: Fange bei neuen Aufgaben mit einer kleinen, unauffälligen Stelle an. So sammelst du Erfahrung, ohne gleich das Ergebnis an einer sichtbaren Fläche zu riskieren.

    Der Vorteil beim Selbermachen liegt nicht nur bei den Kosten. Du wirst unabhängiger, lernst dein Zuhause besser kennen und kannst kleine Schäden sofort beheben, statt auf einen Termin zu warten.

    Wann der Profi ran muss

    Es gibt Arbeiten, bei denen die Antwort eindeutig ist. Sobald Gas, Strom, Trinkwasser oder die Statik des Hauses betroffen sind, ist der Fachbetrieb Pflicht. Hier geht es um Sicherheit und oft auch um gesetzliche Vorgaben.

    AufgabeEmpfehlungGrund
    Steckdose kaputtElektrikerStromschlag- und Brandgefahr
    Gastherme wartetFachbetriebVorschrift und Sicherheit
    Wand einreißenStatiker prüfenkönnte tragend sein
    Loch spachtelnselbst machenungefährlich

    Auch bei Arbeiten mit Gewährleistung oder Versicherungsbezug lohnt der Profi. Geht nach einer Selbstreparatur etwas schief, kann die Versicherung die Leistung kürzen. Ein Fachbetrieb dagegen haftet für seine Arbeit.

    Kosten realistisch abwägen

    Selbermachen spart Handwerkerlohn, aber nicht immer Geld. Rechne Material, Werkzeug und deine Zeit ehrlich zusammen. Ein Spezialwerkzeug, das du nur einmal brauchst, kann teurer sein als der Handwerker.

    Bedenke auch die Folgekosten eines Fehlers. Eine misslungene Reparatur, die ein Profi anschließend korrigieren muss, kostet am Ende oft mehr als der direkte Weg zum Fachbetrieb. Rechne dieses Risiko in deine Entscheidung ein.

    Bei Handwerkerrechnungen kannst du zudem einen Teil der Lohnkosten steuerlich geltend machen. Das verkleinert den Preisunterschied zwischen Eigenleistung und Profi und macht den Fachbetrieb manchmal attraktiver, als er zuerst wirkt.

    Die Checkliste im Überblick

    Bevor du dich entscheidest, gehst du diese Punkte kurz durch. Beantwortest du eine der ersten drei Fragen mit Nein oder Unsicher, spricht viel für den Profi.

    Habe ich das Können und die Werkzeuge? Ist die Arbeit ungefährlich für mich und das Haus? Darf ich sie ohne Fachbetrieb ausführen? Lohnt sich der Aufwand gegenüber den Kosten? Erst wenn du alle vier mit Ja beantwortest, ist Selbermachen die klar bessere Wahl.

    Tipp: Hole im Zweifel einen Kostenvoranschlag ein, bevor du selbst startest. So kennst du den Preisrahmen und kannst in Ruhe entscheiden, ohne unter Zeitdruck zu geraten.

    Häufige Fragen

    Welche Arbeiten darf ich als Mieter überhaupt selbst machen?
    Kleinere Ausbesserungen wie das Verspachteln von Dübellöchern sind meist erlaubt und oft sogar Pflicht beim Auszug. Bauliche Veränderungen oder Eingriffe in Leitungen brauchen dagegen die Zustimmung des Vermieters.
    Woran erkenne ich, ob eine Wand tragend ist?
    Tragende Wände sind meist dicker und bestehen aus massivem Mauerwerk oder Beton. Sicher erkennst du das nur über den Bauplan oder einen Statiker. Reiße im Zweifel nie ohne fachliche Prüfung eine Wand ein.
    Lohnt sich Selbermachen finanziell immer?
    Nicht zwingend. Rechne Material, einmalig gekauftes Werkzeug und deine Zeit ein. Bei einfachen Arbeiten sparst du klar. Bei aufwendigen Aufgaben mit Spezialwerkzeug kann der Profi am Ende günstiger sein.
    Was passiert bei einem Fehler mit der Versicherung?
    Entsteht durch eine unsachgemäße Selbstreparatur ein Schaden, kann die Versicherung die Leistung kürzen oder ganz verweigern. Bei Arbeiten an Strom, Gas oder Wasser ist der Fachbetrieb daher auch aus Versicherungssicht die sichere Wahl.

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