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Schleifpapier-Körnung: Welche Nummer wofür, mit Tabelle

Die Zahl auf der Rückseite sagt alles: Je kleiner sie ist, desto gröber das Papier. Wer die falsche nimmt, arbeitet entweder stundenlang umsonst oder reißt tiefe Riefen ins Holz.

Kurz gefasst

P40 bis P80 tragen ab, P100 bis P150 glätten, P180 bis P240 bereiten auf Lack vor, ab P400 wird poliert. Zwischen zwei Schritten nie mehr als etwa 50 Prozent springen.

Die Körnung sagt dir, wie fein das Schleifmittel ist: Kleine Zahlen wie P40 tragen viel Material ab, große Zahlen wie P400 glätten nur noch. Für die meisten Arbeiten an Holz brauchst du drei Körnungen, etwa P80, P120 und P180. Diese Reihenfolge einzuhalten spart mehr Zeit als jedes teure Papier.

Die Kurzfassung: Die Zahl kommt vom Sieb, durch das die Körner sortiert werden. Je mehr Maschen auf einem Zoll, desto kleiner das Korn und desto größer die Zahl. Das P davor steht für die europäische Norm der Schleifmittelhersteller. Starte immer mit der gröbsten Körnung, die du wirklich brauchst, und arbeite dich in Schritten von höchstens 50 Prozent nach oben. Jede übersprungene Stufe kostet dich später doppelt so viel Zeit beim Ausschleifen der Riefen.
P40 bis P2000

Übliche Spanne im Baumarkt

max. 50 %

Sprung zwischen zwei Körnungen

3 Stufen

Reichen für fast jede Holzarbeit

Was die Körnungszahl bedeutet

Schleifkörner werden nach Größe sortiert, indem man sie durch Siebe schüttet. Die Körnungszahl gibt an, wie viele Maschen ein solches Sieb auf einer Länge von einem Zoll hat. Viele Maschen bedeuten kleine Löcher und damit feines Korn. Deshalb gilt: große Zahl gleich feines Papier.

Das P vor der Zahl steht für die Einteilung der europäischen Schleifmittelhersteller. Daneben gibt es die amerikanische Einteilung, die ohne P geschrieben wird. Bis rund Körnung 220 liegen beide dicht beieinander. Darüber weichen sie voneinander ab, zwei Papiere mit derselben Zahl sind also nicht zwangsläufig gleich fein. Kauf im Zweifel Papier mit P, dann vergleichst du Äpfel mit Äpfeln.

Körnungstabelle: welche Nummer wofür

KörnungStufeTypische Anwendung
P16 bis P40sehr grobalte Farbschichten abtragen, Parkett-Erstschliff, starke Unebenheiten
P60 bis P80grobVorschliff auf Massivholz, Rost entfernen, Kanten brechen
P100 bis P150mittelZwischenschliff Holz, Spachtelstellen glätten, Untergrund für Farbe
P180 bis P240feinFeinschliff vor Lack und Lasur, Anschliff alter Lackflächen
P280 bis P400sehr feinZwischenschliff zwischen zwei Lackschichten
P600 bis P1200extrafeinNassschliff auf Lack und Metall
P1500 bis P2000FinishVorbereitung zum Polieren, Autolack

Für Wandarbeiten brauchst du selten mehr als P120 und P180. Wie du eine Spachtelstelle richtig vorbereitest, steht im Ratgeber Loch in der Wand verspachteln.

Schleiffolge: warum du keine Körnung überspringst

Jede Körnung hinterlässt Riefen in ihrer eigenen Größe. Die nächste Stufe hat genau eine Aufgabe: die Riefen der vorherigen zu entfernen. Springst du von P60 direkt auf P180, arbeitet das feine Papier stundenlang an tiefen Kratzern, die es kaum abträgt. Sichtbar wird das erst beim Lackieren, wenn jede Riefe glänzt.

Die Faustregel lautet: Von einer Körnung zur nächsten höchstens etwa 50 Prozent zulegen. Aus P80 wird also P120, daraus P180. Diese Kette ist für Holz die verlässlichste.

  1. Zustand prüfen und grob starten. Fahr mit der Hand über die Fläche. Alter Lack oder deutliche Unebenheiten brauchen P60 bis P80, sonst reicht P100. Nimm nie gröber als nötig.
  2. Vorschliff in Faserrichtung. Schleif bei Holz immer längs der Maserung. Quer entstehen Kratzer, die auch drei Stufen später noch sichtbar sind.
  3. Staub entfernen. Absaugen und mit einem leicht feuchten Tuch nachwischen. Bleibt Staub liegen, verstopft er das feinere Papier sofort.
  4. Zwischenschliff mit P120. Gleichmäßig und ohne Druck arbeiten. Der Maschine reicht ihr Eigengewicht, Druck bringt nur Wärme und stumpfes Papier.
  5. Feinschliff mit P180. Nach diesem Schritt fühlt sich die Fläche glatt an. Prüf im Streiflicht einer Lampe, dort siehst du Riefen sofort.
  6. Wasser aufziehen lassen, wenn Beize oder Lack auf Wasserbasis folgen. Fläche leicht anfeuchten, trocknen lassen, dann mit P240 kurz nachschleifen. Die aufgestellten Fasern bleiben sonst im Lack stehen.
  7. Entstauben und beschichten. Erst absaugen, dann mit einem Staubbindetuch abwischen und zügig lackieren.
Sicherheit beim Schleifen: Schleifstaub ist kein Nebenprodukt, sondern das eigentliche Risiko. Trag eine Staubmaske und arbeite mit Absaugung. In Gebäuden aus der Zeit vor Mitte der 1990er Jahre können Spachtelmassen, Putze und Fliesenkleber Asbestfasern enthalten. Solche Flächen darfst du nicht trocken abschleifen, hier ist ein Fachbetrieb Pflicht. Bei sehr alten Lackschichten kann außerdem Blei im Anstrich stecken. Lass den Untergrund im Zweifel prüfen, bevor du den Schleifer ansetzt. Und noch ein Punkt: Nassschliff und netzbetriebene Schleifer vertragen sich nicht. Nass wird ausschließlich von Hand geschliffen.

Welches Material welche Körnung braucht

MaterialVorschliffZwischenschliffFeinschliff
Weichholz, Fichte und KieferP80P120P180
Hartholz, Eiche und BucheP60 bis P80P120P180 bis P240
Alter Lack anschleifenP120P180P240
Spachtelmasse an der WandP120P180P220
Gipskarton, FugenP100P150P220
Metall mit FlugrostP60P120P240

Weiches Holz braucht weniger Grobschliff, als viele denken. P40 auf Fichte hinterlässt Riefen, die du kaum wieder herausbekommst. Bei Hartholz darfst du gröber einsteigen, weil das Material weniger nachgibt.

Korund, Siliziumkarbid und Zirkonkorund

Nicht nur die Größe des Korns zählt, sondern auch das Material. Drei Sorten decken den Heimwerkerbedarf ab.

Korund ist das braune oder rötliche Standardkorn. Es ist zäh, bricht kaum aus und ist die richtige Wahl für Holz, Spachtel und die meisten Lacke.

Siliziumkarbid erkennst du an der dunkelgrauen bis schwarzen Farbe. Es ist härter, aber spröder. Es eignet sich für Lack, Metall, Stein und für den Nassschliff, weil das Papier dafür wasserfest ist.

Zirkonkorund ist besonders standfest und teuer. Es lohnt sich beim groben Abtragen von Metall und bei langen Schleifarbeiten mit der Maschine.

Beim Nassschliff bindet das Wasser den Staub und spült ihn aus dem Korn. Die Fläche wird deutlich feiner, weil sich das Papier nicht zusetzt. Verwende dafür nur Papier, das als wasserfest gekennzeichnet ist, und arbeite ausschließlich von Hand.

Wann das Papier stumpf ist

Stumpfes Schleifpapier ist der häufigste Grund für schlechte Ergebnisse. Drei Anzeichen erkennst du sofort: Es entsteht kaum noch Staub, die Fläche wird warm und glänzt speckig, und du drückst automatisch stärker.

Genau dieser stärkere Druck macht es schlimmer. Er erzeugt Wärme, das Bindemittel weicht auf, und Reste setzen das Korn endgültig zu. Ein Blatt kostet wenige Cent, eine nachgearbeitete Türfüllung kostet dich eine Stunde.

Bei zugesetztem Papier hilft ein Reinigungsstick aus Gummi, den du gegen das laufende Schleifband hältst. Bei rundgeschliffenem Korn hilft nichts mehr. Und ein letzter Hinweis: Lagere Schleifpapier trocken. Feuchtes Papier löst sich vom Träger und verliert Körner beim ersten Zug.

Häufige Fragen

Welche Körnung nehme ich vor dem Lackieren?

Für Holz P180, bei sehr feinen Oberflächen P240. Danach entstauben und erst dann lackieren. Zwischen zwei Lackschichten reicht ein kurzer Anschliff mit P280 bis P400.

Was bedeutet das P vor der Zahl?

Es kennzeichnet die europäische Einteilung der Schleifmittelhersteller. Papiere ohne P folgen der amerikanischen Einteilung. Oberhalb von Körnung 220 sind die Angaben nicht mehr direkt vergleichbar.

Darf ich Körnungen überspringen?

Besser nicht. Jede Stufe entfernt die Riefen der vorherigen. Ein Sprung von P60 auf P180 dauert länger, als den Zwischenschritt mit P120 einfach mitzunehmen.

Welches Papier für Nassschliff?

Wasserfestes Papier mit Siliziumkarbid, meist dunkelgrau bis schwarz. Übliche Körnungen sind P600 bis P2000. Schleif nass immer von Hand, nie mit einem netzbetriebenen Gerät.

Woran merke ich, dass das Papier stumpf ist?

Es fällt kaum noch Staub an, die Fläche glänzt speckig und wird warm. Spätestens wenn du stärker drücken musst, gehört das Blatt gewechselt.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Angaben ohne Gewähr, Richtwerte aus der Praxis.

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