Praxis
Typische Fehler beim Bohren – und wie du sie vermeidest
Ausgefranste Löcher, abgebrochene Bohrer, Risse in der Fliese: Fast jeder Patzer beim Bohren hat eine einfache Ursache. Wenn du die kennst, gelingt dir das nächste Loch sauber und sicher.

Die meisten fehler beim bohren passieren nicht aus Ungeschick, sondern aus kleinen Nachlässigkeiten: der falsche Bohrer, zu viel Druck oder ein Loch, das nie angezeichnet wurde. Das Ärgerliche daran ist, dass fast alle diese Fehler leicht vermeidbar sind. In diesem Ratgeber gehen wir die häufigsten Patzer der Reihe nach durch und zeigen dir, wie du sie mit ein paar einfachen Handgriffen umgehst.
Fehler beim Bohren durch den falschen Bohrer
Der Klassiker unter den fehler beim bohren ist der falsche Bohrer im Futter. Jedes Material braucht seinen eigenen Typ: Ein Holzbohrer hat eine spitze Zentrierspitze, ein Metallbohrer eine flachere Schneide und ein Steinbohrer eine breite Hartmetallplatte. Steckst du einen Metallbohrer in Beton, wird er heiß und stumpf, ohne voranzukommen.
Genauso wichtig ist der scharfe Zustand des Bohrers. Ein stumpfer Bohrer rutscht, erzeugt Reibungswärme und frisst sich kaum ins Material. Wenn ein Bohrer bläulich anläuft oder nur noch qualmt, ist er verschlissen. Tausche ihn aus, statt mit mehr Druck weiterzuarbeiten.
Auch der Durchmesser wird oft falsch gewählt. Wer für einen Dübel ein zu großes Loch bohrt, wundert sich, dass nichts hält. Der Bohrerdurchmesser muss exakt zur Dübelgröße passen, die auf der Packung steht. Umgekehrt bricht ein zu kleiner Holzbohrer leicht ab, wenn du eine dicke Schraube hineinzwingst. Ein Blick auf die Angaben zu Bohrer und Dübel vor dem Start erspart dir viel Ärger.
Spitze Zentrierspitze für sauberes Ansetzen. Für Holz und Holzwerkstoffe, nicht für Stein.
Für Metall und Kunststoff. Braucht niedrigere Drehzahl und oft etwas Öl zur Kühlung.
Hartmetallspitze für Mauerwerk und Beton. Nur damit macht die Schlagfunktion Sinn.
Falsche Drehzahl und zu viel Druck
Viele glauben, viel Druck bohre schneller. Das Gegenteil ist der Fall: Zu viel Druck lässt den Bohrer verkanten, überhitzen oder abbrechen. Lass stattdessen das Werkzeug arbeiten und führe den Bohrer nur mit gleichmäßigem, mäßigem Druck. Der Bohrer soll sich ins Material ziehen, nicht hineingepresst werden.
Auch die Drehzahl ist entscheidend. Als Faustregel gilt: Je größer der Durchmesser und je härter das Material, desto langsamer die Drehzahl. Ein dünner Holzbohrer verträgt hohe Drehzahl, ein dicker Steinbohrer im Beton braucht wenig Drehzahl mit Schlag.
Ein verwandter Fehler ist das Bohren im falschen Winkel. Setzt du schräg an, wird das Loch oval, der Dübel sitzt locker und die Schraube steht schief in der Wand. Halte die Maschine bewusst im rechten Winkel zur Fläche. Bei wichtigen Löchern hilft ein kleiner Bohrständer oder eine Wasserwaage als Sichthilfe, damit du wirklich gerade bleibst.
| Material | Drehzahl | Schlag |
|---|---|---|
| Holz | mittel bis hoch | aus |
| Metall | niedrig | aus |
| Fliese (Glasur) | niedrig | aus |
| Mauerwerk | mittel | an |
| Beton | niedrig bis mittel | an |
Fehler beim Bohren durch fehlende Vorbereitung
Wer ohne Markierung bohrt, trifft selten genau. Der Bohrer wandert beim Ansetzen, und das Loch sitzt schief. Zeichne die Stelle deshalb mit Bleistift an und körne sie bei Metall oder harten Flächen leicht vor, damit der Bohrer nicht abrutscht. Bei Fliesen hilft ein Streifen Kreppband gegen das Verrutschen.
Ein zweiter, gefährlicher Fehler ist, gar nicht zu prüfen, was hinter der Wand liegt. Strom- und Wasserleitungen verlaufen oft dort, wo du sie nicht vermutest. Fahre die Bohrstelle vorher mit einem Leitungssucher ab und meide die üblichen Installationszonen über und neben Steckdosen.
Auch die Wahl der Schlagfunktion gehört zur Vorbereitung. Viele bohren aus Gewohnheit immer mit Schlag – und zerstören damit Fliesen oder reißen Gipskarton aus. Überlege vor jedem Loch: Ist das Material hart und mineralisch, brauchst du Schlag. Ist es spröde wie eine Fliesenglasur oder weich wie Gips, bohrst du ohne. Ein kurzer Blick auf den Schalter deiner Maschine kostet nichts und verhindert teure Schäden.
Sicherheit und Sauberkeit vergessen
Zu den unterschätzten fehler beim bohren gehört, ohne Schutz zu arbeiten. Beim Bohren fliegen Splitter und feiner Staub. Eine Schutzbrille schützt deine Augen, und bei viel Staub ist eine einfache Maske sinnvoll. Trage keine weite Kleidung oder offene Schmuckstücke, die sich im Bohrfutter verfangen könnten.
Ebenso wichtig ist ein sicherer Stand. Halte die Maschine mit beiden Händen und sorge für einen festen Untergrund, wenn du über Kopf oder auf einer Leiter arbeitest. Ziehe nach dem Bohren den Stecker oder den Akku, bevor du den Bohrer wechselst. So kann sich die Maschine nicht versehentlich einschalten.
Zur Sauberkeit gehört auch, den Bohrer nach dem Loch nicht sofort abzulegen, wenn er noch heiß ist. Heiße Bohrer können Oberflächen verfärben und verlieren schneller ihre Schärfe, wenn sie ruppig behandelt werden. Lass die Maschine kurz auslaufen, statt sie im Loch abzuwürgen, und lege den Bohrer geordnet zurück in den Kasten. So findest du beim nächsten Mal schnell den passenden Durchmesser und schonst dein Material.
Deine kurze Checkliste vor jedem Loch
Bevor du ansetzt, geh diese Punkte durch: Passt der Bohrer zum Material? Ist er scharf? Stimmen Drehzahl und Schlageinstellung? Ist die Stelle angezeichnet und auf Leitungen geprüft? Trägst du Schutzbrille und stehst du sicher? Wer diese fünf Fragen mit Ja beantwortet, hat die häufigsten Fehler schon ausgeschlossen. Am Anfang kostet das ein paar Sekunden bewusstes Nachdenken, doch schon nach wenigen Löchern läuft die Prüfung ganz automatisch ab.
Mit dieser Routine wird Bohren zur ruhigen Sache. Du sparst Material, weil Bohrer länger halten, und deine Wände bleiben sauber. Gerade Anfänger merken schnell, dass sorgfältige Vorbereitung mehr bringt als Kraft.
Wer noch unsicher ist, übt am besten zuerst an einem Reststück oder an einer unauffälligen Stelle. Ein paar Probelöcher in ein altes Brett zeigen dir schnell, wie sich Druck, Drehzahl und Bohrer anfühlen, ohne dass gleich eine sichtbare Wand darunter leidet. Diese kleine Übung lohnt sich besonders vor heiklen Aufgaben wie dem Bohren in teure Fliesen.
Zum Schluss noch ein Wort zum häufigsten Fehler beim Ergebnis: dem lockeren Dübel. Sitzt die Schraube nach dem Bohren nicht fest, war meist das Loch zu groß, der Dübel zu klein oder das Material bröseliger als gedacht. In solchen Fällen hilft ein Dübel eine Nummer größer, ein spezieller Hohlraumdübel oder etwas Montagekleber im Loch. Reiß nicht einfach die Schraube fester an, sondern behebe die Ursache. So hält deine Befestigung dauerhaft und du musst das gleiche Loch nicht zweimal bohren. Wer diese wenigen Grundregeln beherzigt, verwandelt das Bohren von einer Zitterpartie in eine ruhige Routine – und die meisten Fehler beim Bohren passieren dann schlicht nicht mehr.
Häufige Fragen
Warum bricht mein Bohrer immer wieder ab?
Wie verhindere ich ausgefranste Löcher in Holz?
Muss ich vor jedem Bohren nach Leitungen suchen?
Warum wird mein Bohrer beim Bohren so heiß?
undefined